Forsa-Studie: Mehr als die Hälfte der Deutschen wollen Flüchtlingen schneller Zugang zu einfachen Jobs wie Putzen geben

05 NOVEMBER 2015, BERLIN, DEUTSCHLAND

Berlin, 6. November 2015: Eine Asylbewerbung kann weit über ein Jahr dauern. In dieser Zeit dürfen die Antragsteller nur dann eine Arbeit in Deutschland aufnehmen, wenn kein anderer EU-Bürger dafür in Frage kommt. Ist es noch zeitgemäß, dass viele hunderttausend Flüchtlinge im Land auf eine Antwort warten, bevor sie auf dem Arbeitsmarkt aktiv werden können? Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag von Helpling gefragt, ob diese Regelung für Dienstleistungsberufe wie das Reinigen so bleiben soll.

Im Rahmen der Flüchtlingsdebatte ist eine Diskussion darum entfacht, ob einfache Dienstleistungsberufe schneller Asylbewerbern geöffnet werden sollen. Zuletzt hat Prof. Werner Sinn vom Institut für Wirtschaftsforschung sich dafür eingesetzt. Über den formalen Zugang zu Arbeit könnten wichtige Impulse zur Integration erfolgen. Doch was halten die Deutschen davon, angesichts einer Stimmung, bei der laut ZDF Politbarometer nun mehr als 50% der Menschen hierzulande glauben, dass Deutschland die vielen Flüchtlinge nicht verkraften kann.

Auf die Frage, ob Asylbewerbern ein schnellerer Zugang zu Service-Jobs wie Reinigen gewährt werden sollte, stimmten immerhin 57% der Deutschen zu. Lediglich jeder dritte Befragte ist der Meinung, dass die bisherigen Regelungen beibehalten werden sollen.

Dazu Benedikt Franke Mitgründer von Helpling: "Aus unserer Sicht spräche nichts dagegen, dass Asylbewerber früher als bisher über eine Vermittlungsplattform wie Helpling Reinigungsaufträge annehmen dürfen. Wir sehen zum Beispiel ganz klar, dass Reinigungskräfte mit Migrationshintergrund ein mindestens ebenso - wenn nicht überdurchschnittlich - positives Kundenfeedback erhalten. Um dies zu ermöglichen, könnte in unserem Fall die Gewerbeanmeldung mit dem Eintrag ‘Reinigung nach Hausfrauenart’ bereits nach drei Monaten freigegeben werden.”

Im Zusammenhang mit der Frage nach Zugang zum Arbeitsmarkt stellen unterschiedliche Tageszeitungen wie Die Zeit oder das Handelsblatt fest, dass viele Flüchtlinge schwarz “jobben”. Dazu Benedikt Franke, Mitgründer von Helpling: “Wir unterstützen Maßnahmen, die die Schattenwirtschaft eindämmen. Denn der Schwarzmarkt übt einen abwärtsgerichteten Lohndruck auf viele Dienstleistungsbranchen aus. In diesem Zusammenhang macht es sicherlich Sinn, Asylbewerber schneller in formale Arbeit zu bringen, wenn ihr Verfahren Aussicht auf Erfolg hat.”


[1] In Deutschland gilt für Menschen, die einen Asylantrag stellen, folgende Regelung: Die ersten drei Monate dürfen sie nicht arbeiten. Anschließend entscheidet die Ausländerbehörde darüber, ob eine Arbeitserlaubnis gewährt werden kann. Was die Antragsteller dabei beachten müssen: Ist die Arbeitsaufnahme hinlänglich begründet? Wurden alle notwendigen Formulare vorgezeigt? Innerhalb der ersten 15 Monate des Aufenthalts gibt die zuständige Behörde erst nach genauer Vorrangprüfung ihre Antragszustimmung: Die Vorrangprüfung meint, dass erst sichergestellt werden muss, dass kein EU-Bürger oder Arbeitsloser in Deutschland eher für die Arbeitsstelle in Frage kommt.

[2] Helpling vermittelt Reinigungsaufträge an selbstständige Reinigungsunternehmer. Für das Aufnehmen einer selbstständigen Tätigkeit gilt, dass Asylbewerber in der gesamten Zeit ihres Antragsverfahrens kein Gewerbe anmelden dürfen. Damit ist die Regelung für das selbstständige Arbeiten noch selektiver als für eine sozialversicherungspflichtige Anstellung.

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Helpling was founded in early 2014 by Benedikt Franke and Philip Huffmann. Among its investors are Rocket Internet, Mangrove Capital, Lakestar, APACIG and Accel. Helpling currently offers its services in 9 countries: Australia, Germany, Italy, France, Ireland, UK, UAE, the Netherlands and Singapore.

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